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Die Farbe Blau

16.10.2007 | Rubrik: Aktuell, Bad-Tipps & Ideen, Badgestaltung, Badmagazin

Blau wird in Deutschland mit weitem Abstand als Lieblingsfarbe Nummer eins genannt. 36% der Frauen und 40% der Männer gaben sie bei einer Umfrage als ihre persönlichen Favoriten an und nur ganze 1.5% können sie überhaupt nicht leiden.

Eine überaus große Beliebtheit also, die möglicherweise in dem ruhigen, sanften Charakter dieser Farbe begründet ist. Als „Farbe der ferne“ steht blau für Wasser, Himmel und Luft, für Weite und Unendlichkeit. Man fährt „ ins Blaue“, redet „ins Blaue hinein“ oder schießt „ins Blaue“.

Diese typische Außenfarbe wirkt im Raum dagegen oftmals ungemütlich. In blau dominierten Zimmern wird die Temperatur meist unterschätzt, sie wirken weit, aber gleichzeitig auch leer und kalt.

In der Wohnung galt Blau lange Zeit als typische Küchenfarbe. Gemeinsam mit Weiß sorgte es hier für einen frischen, herausgeputzten Eindruck. Im Bad hat Blau einen langen Siegeszug als Bermudablau hinter sich. Während Blau in den Mittelmeerländern traditionell erquickende Kühle suggeriert und oft an den Fassaden zu finden ist, zählt sie darüber hinaus aber auch zu den beliebtesten Farben Skandinaviens.

Ins Graue abgestuft ist das Blau besonders stark mit der Gustavinischen Zeit Schwedens im 18. Jahrhundert verknüpft. Doch so leidenschaftslos und distanziert diese Grundfarbe auch wirken mag, so stark reagiert sie auf reinbunte Nachbarfarben. Den stärksten Kontrast bildet sie dabei zum Rot.
Krasse Gegensätze wurden in alten Zeiten noch als sehr unangenehm empfunden. Ansonsten galt Blau allerdings schon im Mittelalter als äußerst beliebte Kleiderfarbe des einfachen Volks, da sie sich einfach und preiswert herstellen ließen.

Die Ausdrücke „blau sein“ oder „blau machen“ stammen übrigens noch aus dieser Zeit.
Damals lösten die Färber das Blau aus der Pflanze Weid mit Hilfe von Alkohol, jedoch wurde dieser, auf Grund der Kostbarkeit, nicht einfach mit dem Kraut pur vermengst, sondern über den Umweg des menschlischen Körpers vermischt. Auch das Blau aus der Pflanze Indigo galt Jahrhunderte lang als erschwinglicher Farbstoff, bevor Preußischblau Anfang des 18. Jahrhunderts und die synthetischen Farbstoffe seit dem 19.Jahrhundert eine immer breiter werdende Palette ergaben.

In Verbindung mit Gefühlen und Farben spricht man in der englischen Sprache von „blue“, wenn er melancholisch ist. Die Sehnsucht nach Ferne und Weite findet sich hier wieder und bereits in der Antike ordnete man den Farben verschiedene menschliche Temperamente zu: den Cholerikern Gelb und Rot, den Phlegmatikern Grün, den Sanguinikern Rot und den Melancholikern Blau und Schwarz. Auch Goethe stellte in seinen umfangreichen Studien den Farben wichtige menschliche Eigenschaften gegenüber:

Blau stand bei ihm für Verstand. Und so schreibt die moderne Farbpsychologie den vielen Fans dieser „weisesten aller Farben“ entsprechende Eigenschaften zu: intelligent, selbständig, zupackend, unabhängig und verantwortungsvoll sollen sie sein. Das mag man wohl gerne glauben – darin aber ein allgemein verbindliches Pauschalzeugnis zu sehen, wäre wohl mehr als „blauäugig“…


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