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Absetzbarkeit bestimmter Handwerksleistungen

12.02.2007 | Rubrik: Erwin Euro | 0 Kommentare | 0 TrackBacks

Seit dem 1. Januar 2006 können auch Privatpersonen bis zu 20% des Arbeitslohns aus einer Handwerkerrechnung absetzen. Die Leistung muss lediglich in einem inländischen Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden. In der Steuererklärung können dann maximal 600 EUR direkt von der Steuerschuld abgezogen werden.

Bisher waren lediglich Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen (etwa für die Wohnungsreinigung oder für Schönheitsreparaturen) in Höhe von 20% der Aufwendungen bis maximal 600 Euro im Jahr absetzungsfähig. Dabei waren die haushaltsnahen Dienstleistungen als solche Leistungen eingegrenzt, "die üblicherweise von Haushaltsangehörigen erbracht werden". Leistungen, die üblicherweise nur von Handwerkern erbracht werden, waren hingegen ausdrücklich ausgeschlossen.

Durch die neue Regelung sind nun auch reine Handwerkerleistungen begünstigt. Dabei kommt es nicht darauf an, ob Sie als Mieter oder als Eigentümer den Handwerker mit der Leistung in Ihrem Haushalt beauftragen.

Betroffene Handwerkerleistungen sind beispielsweise:

  • Erneuerung eines Bodenbelags (Teppichboden, Parkett oder Fliesen)
  • Modernisierung des Badezimmers
  • Austausch von Fenstern
  • Überprüfung der Heizungsanlage mit Durchführung von Reparaturen

Tipp: Nur die Arbeitskosten des Handwerkers, nicht jedoch die Materialkosten oder sonstige gelieferte Waren, können steuerlich berücksichtigt werden. Achten Sie daher darauf, dass die Arbeitskosten in der Rechnung separat ausgewiesen sind.

Für die Steuerbegünstigung ist es notwendig, dass die Aufwendungen durch Vorlage einer Rechnung und die Zahlung auf das Konto des leistenden Unternehmers durch Beleg des Kreditinstituts nachgewiesen wird. Barzahlungen werden nicht berücksichtigt. Weiterhin darf es sich bei den Rechnungsbeträgen für Handwerkerleistungen nicht um Werbungskosten, Betriebsausgaben, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen handeln.

Durch die Einführung der Steuerermäßigung für reine Handwerkerleistungen bei Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen gibt es künftig also nebeneinander zwei Möglichkeiten, Handwerkerleistungen steuerlich ermäßigend zu berücksichtigen:

  • zum einen als haushaltsnahe Tätigkeit (Reinigungsarbeiten, Gartenarbeiten, Tapezieren, private Umzüge usw.) bis maximal 600 EUR pro Jahr und
  • zum anderen als Handwerkerleistung (z.B. Erneuerung eines Bodenbelags, Austausch von Fenstern, Modernisierung des Badezimmers) mit weiteren maximal 600 EUR pro Jahr.

Achtung: Die Steuerermäßigung für ein und dieselbe Leistung kann nur wahlweise in Anspruch genommen werden. Durch eine Aufsplittung der Leistungen bereits bei der Auftragsvergabe ergeben sich jedoch interessante Gestaltungsmöglichkeiten.

Beispiel: Privatmann P möchte in seiner Wohnung diverse Renovierungsarbeiten durchführen lassen. So sollen alle Wände einen neuen Anstrich bekommen und der Fußboden mit einem Laminatboden versehen werden. Er beauftragt hierfür den Handwerksbetrieb H. Das Material stellt er selbst zur Verfügung.

Variante a) Der Handwerksbetrieb macht ihm einen Komplettpreis i.H.v. 3.500 EUR

Variante b) Der Handwerksbetrieb macht ihm wunschgemäß jeweils ein separates Angebot für den neuen Anstrich i.H.v. 1,700 EUR und für das Verlegen des Laminatbodens i.H.v. 1.800 EUR.

Die Malerarbeiten fallen unter den Begriff der haushaltsnahen Dienstleistungen, während das Verlegen des Laminatbodens zu den Handwerkerleistungen zählt.

Im Fall der Variante a) sind 600 EUR von der Einkommensteuer abziehbar (20% von 3.500 EUR = 700 EUR, maximal jedoch 600 EUR).

Im Fall der Variante b) zahlt sich die getrennte Auftragsvergabe aus, denn es können

als haushaltsnahe Dienstleistung 20% von 1.700 EUR = 340 EUR
als Handwerkerleistung 20% von 1.800 EUR = 360 EUR
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also insgesamt 700 EUR

abgesetzt werden. Somit wird eine Steuerermäßigung für jede dieser Leistungen erreicht.

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